Die grosse Kultur-Evolution
Ein immer wieder aufs neue verblueffendes Erlebnis, speziell in der modernen Welt der kurzen Distanzen und stetigen Veraenderungen, ist die hochgradige kulturelle Vielfalt in der der Mensch wahlweise Individualitaet oder Gruppenzugehoerigkeit zum Ausdruck bringt. Ob als Charlottenburger in Kreuzberg, ZEIT-Leser im Olympiastadion oder Englishman in New York - die Tatsache, dass die eigenen Geschmacks- und Wertevorstellungen kulturell vermittelt sind und in der Regel alles andere als universalistisch zu sein pflegen ist so verblueffend wie beaengstigend. Und so scheint es nur allzu selbstverstaendlich dass auch das Verhaeltniss des Menschen zu seinen vierbeinigen Kameraden durch kulturelle Normen gemassregelt ist. Jedenfalls wuerden in Mitteleuropa sofort die Aktivisten von PETA oder aehnlicher organsierter Zivilsationskrankheiten auf den Plan gerufen, wenn man Hunde in Terrarien packen wuerde und zu Ausstellungszwecken im Schaufenster eines Geschaefts deponieren wuerde. Die ChinesInnen hingegen stoeren sich nicht daran, sondern versammeln sich in Scharen vor den Schaufenstern und stossen dabei immer wieder Schreie der Begeisterung ueber die Niedlichkeit der bemitleidenswerten Geschoepfe aus. Mein anfaengliches Entsetzen konnte sich aber etwas legen, als ich feststellte, dass es sich bei besagtem Geschaeft um ein Zoogeschaeft und nicht etwa um eine Metzgerei handelte. Und ausserdem - wenn man das Verhaeltniss von Koerpergroesse zum zur Verfuegung stehenden Raum als Massstab nimmt, schneiden die Hunde im Vergleich zu den Menschen auch gar nicht so schlecht ab. Und so handelt es sich bei der Ware durchweg um Zwergpinscher, Schnauzer und Pekinesen und nicht etwa Schaeferhunde. Waere auch nicht so ganz einfach mit dem Gassi gehen hier.
Wie bereits erwaehnt, verbringt jedenfalls der Chinese - im Gegensatz zu seinem Hund - den groessten Teil seines Alltags ausser Hauses, die Mahlzeiten im Imbiss-Restaurant zu sich zu nehmen ist Standard und im Gegensatz zu mir weiss der Chinese auch was er bestellt. Dass ihm in der globalisierten Welt, nicht nur was die Bevoelkerungszahl und das Wirtschaftswachstum sondern eben auch die kulinarischen Erungenschaften betrift, eine Spitzenposition gebuehrt ist ihm durchaus bewusst und so kann er es sich leisten, dem amerikanischen Kulturimperialismus nicht mit bewundernder Naivitaet sondern mit gesundem Pragmatismus zu begegnen. Konkret heisst das, dass er trotz seiner Vorliebe fuer Fast-Food die hiesigen McDonalds Filialen nicht besonders schaetzt. Im Gegensatz zum Orientalen fuehlt er sich jedenfalls durch die wirtschaftliche Praesenz der Yankees nicht in seiner kulturellen Eigenheit gestoert und da der Cheeseburger fuer ihn einfach uninterssanter als die Nudelsuppe ist, kann er seine Kultur auch problemlos mit dem Geldbeutel im Restaurant (anstatt mit dem Sprengstoffguertel in der U-Bahn)verteidigen. Da die unsichtbaren Haende des Marktes nun dafuer sorgen, dass der Kulturimperialist dazu gezwungen ist die Preise massiv zu senken, stellt der sympathische Franchiser fuer den hungrigen Europaer eine gleichwohl willkommen wie preiswerte Alternative zu Huehnerbein auf Sojakeim dar. Ein Burger zum halben Preis schmeckt jedenfalls gleich doppelt so gut und ausserdem ist es drinnen aussergewoehnlich sauber und ruhig. Kurz: Was dem Chinesen recht, ist dem Europaer billig, oder um es mit Oscar Wilde zu sagen:
Wie bereits erwaehnt, verbringt jedenfalls der Chinese - im Gegensatz zu seinem Hund - den groessten Teil seines Alltags ausser Hauses, die Mahlzeiten im Imbiss-Restaurant zu sich zu nehmen ist Standard und im Gegensatz zu mir weiss der Chinese auch was er bestellt. Dass ihm in der globalisierten Welt, nicht nur was die Bevoelkerungszahl und das Wirtschaftswachstum sondern eben auch die kulinarischen Erungenschaften betrift, eine Spitzenposition gebuehrt ist ihm durchaus bewusst und so kann er es sich leisten, dem amerikanischen Kulturimperialismus nicht mit bewundernder Naivitaet sondern mit gesundem Pragmatismus zu begegnen. Konkret heisst das, dass er trotz seiner Vorliebe fuer Fast-Food die hiesigen McDonalds Filialen nicht besonders schaetzt. Im Gegensatz zum Orientalen fuehlt er sich jedenfalls durch die wirtschaftliche Praesenz der Yankees nicht in seiner kulturellen Eigenheit gestoert und da der Cheeseburger fuer ihn einfach uninterssanter als die Nudelsuppe ist, kann er seine Kultur auch problemlos mit dem Geldbeutel im Restaurant (anstatt mit dem Sprengstoffguertel in der U-Bahn)verteidigen. Da die unsichtbaren Haende des Marktes nun dafuer sorgen, dass der Kulturimperialist dazu gezwungen ist die Preise massiv zu senken, stellt der sympathische Franchiser fuer den hungrigen Europaer eine gleichwohl willkommen wie preiswerte Alternative zu Huehnerbein auf Sojakeim dar. Ein Burger zum halben Preis schmeckt jedenfalls gleich doppelt so gut und ausserdem ist es drinnen aussergewoehnlich sauber und ruhig. Kurz: Was dem Chinesen recht, ist dem Europaer billig, oder um es mit Oscar Wilde zu sagen:
Die Kultur hängt von der Kochkunst ab!

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