A good start
Welche bessere Einstimmung fuer ein zweimonatiges Praktikum in Hong Kong - dem Herzen des globalen Kapitalismus ostasiatischer Praegung - mag es geben, als drei Stunden nach der letzten Klausur den Flieger zu nehmen und auch noch in der Business Class unterzukommen? Tatsaechlich wurde mir nach ultrastressiger Vorbereitung diese unverhoffte Glueck zuteil. Am Flughafen Tegel, wohin Miwa mich noch begleiten konnte, hinterliess mein juengst erworbenes schickes Hemd bei der freundlichen Dame am Schalter anscheinend einen guten Eindruck, jedenfalls erstellte sie mir ueberraschenderweise eine Bordkarte fuer die Business Klasse und liess sich auch nicht davon abhalten, dass ich in meinem Ehrlichkeitswahn versuchte klarzustellen, dass ich gar nicht fuer diese gebucht hatte. Letztendlich war wohl eine "Ueberbuchung" schuld und mir wars recht. Ich empfehle hiermit ausdruecklich Fluege mit der "Swiss"... Bis Zuerich wars dann noch Economy und ich erhielt bloss ein trauriges Sandwich mit "Bullee" (Dank meiner sueddeutschen Sprachkenntnisse konnte ich diese Verballhornung von "poulet" schon vor dem Reinbeissen identifizieren). In der Bussinessclasse durfte ich dann erfahren, wie es sich so als Geschaeftsmann reist. Das Essen sei hierbei lobend hervorzuheben, auch wenn ich nicht alles identifizieren konnte. Neben einer hervorragenden Sammlung von Schweizer Kaesen und einem augezeichneten Bordeaux gab es noch sowas aehnliches wie "Entenleber in Aspik a la haute culture" - ich war etwas irritiert aber durchaus angetan. Nachdem ich zum Entsetzen der Schweizer Stewardessen nach zwei Stunden auch tatsaechlich alle Funktionen meines vollautomatischen Sitzes herausgefunden zu haben glaubte, konnte ich auch diesem Anerkennung zukommen lassen. Nachdem ich dann auf meinem Privaten Bildschirm bei "Wer wird Millionaer" die virtuellen Millionen gewonnen hatte, erlaubte mir mein Zaubersitz den Schlaf der Gerechten, der erst durch das Champagnerfruehstueck irgendwo ueber Sichuan unterbrochen wurde. Und schon waren wir da. Leider hatten wir irgendwo unterwegs acht Stunden verloren und so musste ich mich, obwohl gerade erst mit dem Fruehstueck fertig, mit einem "Gudn Obig" verabschieden...

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