"Ein Dummkopf, der arbeitet, ist besser als ein Weiser, der schläft",
sagt ein altes chinesisches Sprichwort, welches mir nun allmorgendlich just zu dem Moment in den Kopf steigt, in dem mich mein Wecker aus dem Reich der Traeume in die unbarmherzige Realitaet zurueckbefoerdert. Die exotische Umgebung wie auch die durch den Arbeitsalltag gegebene soziale Kontrolle machen den Schritt aus der Horizontalen in die Vertikale dabei deutlich unbeschwerlicher, als dies in den absurden Verhaeltnissen des Unialltags die Norm zu sein pflegt, wenn man es sich mit gutem Grund zweimal ueberlegt, ob es sich denn lohnt, den bequemen Schlafplatz des Bettes gegen den unbequemen Schlafplatz des Hoersaals einzutauschen. So weit so gut, obwohl ich puenktlich um 9:00 im Buero erscheine, kommt mir das Gros meiner Kollegen zuvor - die inoffizielle Office Hour scheint bereits eine Stunde frueher zu beginnen.
In den ersten paar Tagen sah das Induction Program der Firma einige Meetings zwischen mir als Trainee und den diversen Abteilungsleitern vor, die mir die Aufgabe ihres jeweiligen Departments praesentierten. War mir das organisatorische und soziale Gefuege einer grossen Firma bislang in etwa so vertraut wie das eines Stammes im Dschungel von Papua-Neuguinea, konnte ich nun einige Bildungsluecken schliessen. Administrative Department, Finance Department, Merchandise Department, OVH Department uswusf. Alle Leute machten einen sehr kompetenten EIndruck auf mich und wirkten auch deutlich motivierter als meine Betreuerin vom Human Resource Department. Es ist tatsaechlich aeusserst faszinierend wie die verschiedenen Raeder ineinandergreifen und wie vielfach effizienter Arbeitsteilung dann funktioniert, wenn sie ausserhalb von WGs stattfindet ;-).
Die Zeit die ich dann zwischen den verschiedenen Treffen vorm Computer verbrachte war wengier spannend, da das Team mit dem ich zukuenftig arbeiten sollte noch in ein anderes Projekt involviert war und ich mir alleine doch etwas ueberfordert mit der Recherche nach vielversprechenden Webportalen vorkam. Bei der Softwarerecherche fuehle ich mich oft wie Herakles im Kampf gegen die Hydra (na ja, nicht ganz so mutig vielleicht). Jedesmal wenn ich ihr einen Kopf abgeschlagen habe, d.h. ein mir unbekanntes Stichwort zu ergruenden gesuche, tauchen in der Erklaerung mindestens zwei neue auf, deren Verstaendnis fuer die Beschaeftigung mit dem vorher erwaehnten unabdingbar zu sein scheint. Das ganze laesst sich natuerlich rekursiv fortsetzen und wenn man nicht aufpasst ist man ganz schnell bei Adam und Eva (d.h. bei Bit und Byte), aber leider ist absolut kein Baum der Erkenntnis in der Naehe. Man muss also lernen, seine Recherche auf das notwendigste zu beschraenken, und um eine Idee von der Notwendigkeit zu bekommen, sollte man wissen, was man eigentlich will, bzw. worauf das ganze hinauslaufen soll. Erstaunlich viele Analogien zum richtigen Leben im Grunde genommen - und, wie im richtigen Leben, war mir genau dies nicht so wirklich klar. Den Unterschied zum richtigen Leben bekam ich dann allerdings am Freitag praesentiert, als sich unser Team zusammensetzte, die Ziele besprach und die Aufgaben verteilte. Als Portal (ich hatte inzwischen eine einigermassen klare Vorstellung davon, um was es sich dabei handelt) wurde Liferay auserkoren, eine auf Java basierende Web-Application. Cool, dachte ich dass klingt nach programmieren, ein bisschen hier und da rumprobieren, Knoepfchen druecken, kryptischen Code editieren. Doch ich hatte mich zu frueh gefreut, denn sogleich wurde mir die naechste Hydra mit dem Namen "Content Management System" vorgestellt. Meiner Kollegin Cosette und mir kam die Aufgabe zuteil, die naechste Woche mit der Recherche nach einem auf Java basierenden Open Source CMS zu verbringen. Ausserdem sollte das CMS eine Integration in unser Portal unterstuetzen, moeglichst unter GPL lizensiert sein und sich durch Benutzerfreundlichkeit auszeichnen. Es gab also genug zu tun und ich ging mit der Gewissheit nach hause, dass ich allen Unkenrufen zum Trotz das richtige Fach zum richtigen Leben studiere. Gute Planung macht den halben Erfolg und der Softwarearchitekt kann sich gluecklich schaetzen, dass er widerspruchsfreie Tutorials zur Verfuegung haben kann, so er zu recherchieren weiss.
In den ersten paar Tagen sah das Induction Program der Firma einige Meetings zwischen mir als Trainee und den diversen Abteilungsleitern vor, die mir die Aufgabe ihres jeweiligen Departments praesentierten. War mir das organisatorische und soziale Gefuege einer grossen Firma bislang in etwa so vertraut wie das eines Stammes im Dschungel von Papua-Neuguinea, konnte ich nun einige Bildungsluecken schliessen. Administrative Department, Finance Department, Merchandise Department, OVH Department uswusf. Alle Leute machten einen sehr kompetenten EIndruck auf mich und wirkten auch deutlich motivierter als meine Betreuerin vom Human Resource Department. Es ist tatsaechlich aeusserst faszinierend wie die verschiedenen Raeder ineinandergreifen und wie vielfach effizienter Arbeitsteilung dann funktioniert, wenn sie ausserhalb von WGs stattfindet ;-).
Die Zeit die ich dann zwischen den verschiedenen Treffen vorm Computer verbrachte war wengier spannend, da das Team mit dem ich zukuenftig arbeiten sollte noch in ein anderes Projekt involviert war und ich mir alleine doch etwas ueberfordert mit der Recherche nach vielversprechenden Webportalen vorkam. Bei der Softwarerecherche fuehle ich mich oft wie Herakles im Kampf gegen die Hydra (na ja, nicht ganz so mutig vielleicht). Jedesmal wenn ich ihr einen Kopf abgeschlagen habe, d.h. ein mir unbekanntes Stichwort zu ergruenden gesuche, tauchen in der Erklaerung mindestens zwei neue auf, deren Verstaendnis fuer die Beschaeftigung mit dem vorher erwaehnten unabdingbar zu sein scheint. Das ganze laesst sich natuerlich rekursiv fortsetzen und wenn man nicht aufpasst ist man ganz schnell bei Adam und Eva (d.h. bei Bit und Byte), aber leider ist absolut kein Baum der Erkenntnis in der Naehe. Man muss also lernen, seine Recherche auf das notwendigste zu beschraenken, und um eine Idee von der Notwendigkeit zu bekommen, sollte man wissen, was man eigentlich will, bzw. worauf das ganze hinauslaufen soll. Erstaunlich viele Analogien zum richtigen Leben im Grunde genommen - und, wie im richtigen Leben, war mir genau dies nicht so wirklich klar. Den Unterschied zum richtigen Leben bekam ich dann allerdings am Freitag praesentiert, als sich unser Team zusammensetzte, die Ziele besprach und die Aufgaben verteilte. Als Portal (ich hatte inzwischen eine einigermassen klare Vorstellung davon, um was es sich dabei handelt) wurde Liferay auserkoren, eine auf Java basierende Web-Application. Cool, dachte ich dass klingt nach programmieren, ein bisschen hier und da rumprobieren, Knoepfchen druecken, kryptischen Code editieren. Doch ich hatte mich zu frueh gefreut, denn sogleich wurde mir die naechste Hydra mit dem Namen "Content Management System" vorgestellt. Meiner Kollegin Cosette und mir kam die Aufgabe zuteil, die naechste Woche mit der Recherche nach einem auf Java basierenden Open Source CMS zu verbringen. Ausserdem sollte das CMS eine Integration in unser Portal unterstuetzen, moeglichst unter GPL lizensiert sein und sich durch Benutzerfreundlichkeit auszeichnen. Es gab also genug zu tun und ich ging mit der Gewissheit nach hause, dass ich allen Unkenrufen zum Trotz das richtige Fach zum richtigen Leben studiere. Gute Planung macht den halben Erfolg und der Softwarearchitekt kann sich gluecklich schaetzen, dass er widerspruchsfreie Tutorials zur Verfuegung haben kann, so er zu recherchieren weiss.

1 Comments:
Was macht das CMS? Kannst du mit den IT-Leuten mithalten? Und wie verbringt man das Wochenende in der Metropole, fragt sich Jan.
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